Richterhammer schlägt auf Bücherstapel, KI-Hand im Hintergrund.

Autoren verklagen KI-Unternehmen wegen Urheberrechtsverletzungen

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Sechs prominente Autoren haben eine neue Welle von Urheberrechtsklagen gegen führende KI-Unternehmen wie Anthropic, OpenAI, Google, Meta, xAI und Perplexity AI eingereicht. Die Kläger werfen den Unternehmen vor, urheberrechtlich geschützte Bücher ohne Erlaubnis, Lizenz oder Vergütung zum Training ihrer großen Sprachmodelle (LLMs) kopiert zu haben, wobei sie sich insbesondere auf die Nutzung von Piratenbibliotheken berufen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Autoren klagen gegen mehrere große KI-Unternehmen wegen Urheberrechtsverletzungen.
  • Die Klagen beziehen sich auf die Nutzung von Büchern aus illegalen Quellen zum Training von KI-Modellen.
  • Die Kläger fordern höhere Entschädigungen als die in einem früheren Vergleich angebotenen 3.000 US-Dollar.
  • Einige der Kläger haben sich aktiv gegen den vorgeschlagenen Vergleich mit Anthropic entschieden.

Urheberrechtsverletzungen durch KI-Training

Die Klagen, die im Northern District of California eingereicht wurden, behaupten, dass die KI-Unternehmen Bücher aus bekannten Piratenbibliotheken wie LibGen, Z-Library und OceanofPDF kopiert haben. Diese Werke dienten als Trainingsdaten für ihre milliardenschweren KI-Systeme. Zu den Klägern gehört der zweifache Pulitzer-Preisträger John Carreyrou, Autor von "Bad Blood: Secrets and Lies in a Silicon Valley Startup". Weitere Kläger sind Lisa Barretta, Philip Shishkin, Jane Adams, Matthew Sack und Michael Kochin.

Forderung nach höherer Entschädigung

Die Autoren argumentieren, dass der vorgeschlagene Vergleich mit Anthropic in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar, der Autoren und/oder Verlegern jeweils 3.000 US-Dollar zuspricht, unzureichend ist. Sie halten diesen Betrag für einen "winzigen Bruchteil" der gesetzlichen Obergrenze von 150.000 US-Dollar pro vorsätzlich verletztem Werk gemäß dem Copyright Act. Daher fordern die Kläger 150.000 US-Dollar als Schadensersatz für jedes ihrer Werke von jedem Beklagten, was insgesamt 900.000 US-Dollar pro Werk ergibt.

Kontroverse um "ClaimsHero"

Die Kläger sind Teil einer Initiative, die durch die Website "ClaimsHero" angeheizt wurde. Diese Plattform ermutigt Autoren, sich von dem Vergleich mit Anthropic abzumelden und neue Klagen einzureichen. Richter William Alsup, der den Anthropic-Fall leitete, hat die Praktiken von ClaimsHero jedoch als "Betrug von immensem Ausmaß" bezeichnet und die Plattform aufgefordert, ihre irreführenden Mitteilungen zu ändern. Die Anwälte der Kläger betonen, dass es sich nicht um eine Sammelklage handelt, sondern um individuelle Verfahren, bei denen jeder Autor eine eigene Juryverhandlung anstrebt.

Reaktion der KI-Unternehmen

Einige der beklagten Unternehmen haben bereits auf die Klagen reagiert. xAI, Elon Musks KI-Unternehmen, bezeichnete die Berichterstattung als "Legacy Media Lies". Perplexity dementierte, Bücher zu indexieren. Bisher haben sich die meisten beklagten Unternehmen nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Hintergrund: Der Fall Adobe

Parallel zu diesen Entwicklungen wurde auch Adobe wegen der Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material im SlimLM-Modell verklagt. Die Klägerin wirft Adobe vor, Werke ohne Genehmigung in den SlimPajama-627B-Datensatz aufgenommen zu haben, der wiederum auf Quellen wie Books3 zurückgreift. Books3 ist bereits Gegenstand anderer Klagen und steht symbolisch für die problematische Sammlung von Inhalten für KI-Trainingsdaten.

Quellen

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