Sechs prominente Autoren haben erneut Klage gegen führende KI-Unternehmen wie Anthropic, OpenAI und Google eingereicht. Sie werfen den Konzernen vor, ihre Werke ohne Erlaubnis oder Vergütung zum Training ihrer Sprachmodelle kopiert zu haben, wobei sie sich auf urheberrechtlich geschützte Bücher aus illegalen Quellen berufen. Die Kläger fordern deutlich höhere Entschädigungen als in einem früheren Vergleichsangebot.
Wichtige Erkenntnisse
- Sechs Autoren reichen individuelle Urheberrechtsklagen gegen KI-Unternehmen ein.
- Vorwurf: Bücher aus illegalen Quellen wurden zum Training von KI-Modellen verwendet.
- Forderung: Deutlich höhere Entschädigung als im vorgeschlagenen Vergleich.
- Die Kläger streben individuelle Jury-Prozesse an.
Neue Klagen gegen KI-Unternehmen
Eine Gruppe von sechs Autoren, darunter der zweifache Pulitzer-Preisträger John Carreyrou, hat am gestrigen Tag separate Urheberrechtsklagen gegen Anthropic, OpenAI, Google, Meta, xAI und Perplexity AI eingereicht. Die Klagen, die beim Northern District of California eingereicht wurden, behaupten, dass die Unternehmen die Bücher der Autoren aus bekannten Piratenbibliotheken wie LibGen, Z-Library und OceanofPDF kopiert haben, um ihre großen Sprachmodelle ohne Erlaubnis, Lizenzierung oder Vergütung zu trainieren.
Diese Autoren gehören zu denen, die sich gegen den vorgeschlagenen Vergleich in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar im Fall gegen Anthropic entschieden haben. Sie argumentieren, dass hochwertige Bücher der "Goldstandard" für Trainingsdaten sind und dass die KI-Unternehmen diese Kopien genutzt haben, um Systeme zu entwickeln, die heute Hunderte von Milliarden Dollar wert sind.
Streit um Entschädigung und Piraterie
Obwohl die neuen Klagen auf Urheberrechtsverletzungen abzielen – trotz der früheren Einschätzung von Richter William Alsup, dass das KI-Training unter die Fair-Use-Doktrin fallen könnte –, betonen sie insbesondere die Verwendung von raubkopierten E-Books. Dies ist der Faktor, bei dem Alsup eine Abhilfe als notwendig erachtete und der zu dem Vergleichsangebot führte. Die Kläger halten die vorgeschlagene Entschädigung von 3.000 US-Dollar pro Autor oder Verlag für unzureichend. Sie argumentieren, dass dies nur ein winziger Bruchteil (2 %) der gesetzlichen Obergrenze von 150.000 US-Dollar pro vorsätzlich verletztem Werk zuzüglich Anwaltsgebühren darstellt. Die Kläger fordern daher 150.000 US-Dollar als gesetzlichen Schadensersatz für jedes Werk gegen jeden Beklagten, was insgesamt 900.000 US-Dollar pro Werk ergibt.
Neben John Carreyrou, Autor von "Bad Blood: Secrets and Lies in a Silicon Valley Startup", sind die weiteren Kläger Lisa Barretta (Autorin von 11 Büchern über Spiritualität, Tätowierungen und psychische Entwicklung), Philip Shishkin (Autor von "Restless Valley"), Jane Adams (Psychologin und Autorin von acht Sachbüchern über Familienbeziehungen), Matthew Sack (IT-Experte und Autor von "Pro Website Development and Operations") und Michael Kochin (Professor für Politikwissenschaft und Autor von "Five Chapters on Rhetoric").
Kontroverse um ClaimsHero
Im Herbst startete eine Website namens ClaimsHero mit dem Ziel, Autoren dazu zu bewegen, sich vom Anthropic-Vergleich zurückzuziehen und sich neuen Klagen anzuschließen. Autoren haben bis zum 16. Januar Zeit, sich nicht dem Vergleich anzuschließen – etwas, das Richter Alsup stark kritisiert hat. In einer Anhörung am 13. November bezeichnete Alsup die Behauptungen von ClaimsHero als "Betrug von immensem Ausmaß" und forderte das Unternehmen auf, seine "irreführenden" Mitteilungen zu ändern. Die Anhörung fand statt, nachdem Autoren, die Teil der Klage sind, einen Antrag auf eine Anordnung gestellt hatten, die ClaimsHero daran hindert, Autoren abzuwerben. Alsup ordnete daraufhin Änderungen an der ClaimsHero-Website an und wies darauf hin, dass das Unternehmen keine Erfahrung in der Prozessführung vor Bundes- oder Landesgerichten habe.
ClaimsHero, das sich als lizenzierte Anwaltskanzlei in Arizona und als Plattform für Verbrauchergerechtigkeit bezeichnet, arbeitet mit zwei externen Anwaltskanzleien zusammen: Stris & Maher LLP und Freedman Normand Friedland LLP, beides Kanzleien, die die Klage am Montag eingereicht haben.
Individuelle Prozesse und Kostenübernahme
Die Anwälte der Kläger betonten, dass es sich nicht um eine Sammelklage handelt. Obwohl die Einreichung kollektiv ist, strebt jeder Autor individuelle Jury-Prozesse für seine Werke an. Sie verwiesen auch auf eine ähnliche Strategie, mit der sie in einem Kartellfall gegen 17 der 25 Top-Universitäten wegen Preisabsprachen bei Studiengebühren erfolgreich Vergleiche erzielt haben. Die Anwälte übernehmen alle Kosten und Rechtsgebühren im Austausch für eine Erfolgshonorarquote von 35 %.
Einige der beklagten Unternehmen haben sich geäußert. xAI erklärte "Legacy Media Lies", während Perplexity bestritt, Bücher zu indexieren. Ein Datum für eine vorläufige Gerichtsverhandlung wurde noch nicht festgelegt.
Quellen
- Authors File New Lawsuit Against AI Companies Seeking More Money, Publishers Weekly.